Synagoge (Castrop)
Die Synagoge in Castrop, ein Teil der heutigen Stadt Castrop-Rauxel in Nordrhein-Westfalen, wurde 1845 in der Ortsmitte von Castrop errichtet. Ihre Lage befand sich im Verlauf der heutigen Verbindungsstraße, die Münsterstraße und Busbahnhof verbindet. Sie unterschied sich nicht wesentlich von den umliegenden Fachwerkhäusern; allerdings wurde das Gebäude in späteren Jahren mit Platten verkleidet. Laut dem Statut von 1857 umfasste der Synagogenbezirk Castrop die Juden der Bürgermeisterei Castrop sowie der Ortschaften Mengede, Bodelschwingh und Deusen. Im Jahr 1901 erfolgte die Erweiterung des Bezirks um die Ortschaften Rauxel, Habinghorst, Merklinde, Frohlinde, Sodingen, Holthausen und Börnig. Die Maße der Synagoge waren 13,5 m mal 8,5 m. Der Eingang führte zum kleineren Schulraum und zum nach Osten ausgerichteten Betsaal. Er war an den Seiten mit hohen, gefächerten Rundbogenfenstern versehen und hatte an der Stirnseite eine Apsis, sodass der Toraschrein mit seinen kunstvoll geschnitzten Holztüren wie in die Vorderwand eingelassen wirkte. Die Wände waren bis zur Decke mit ornamentalen Kacheln bedeckt, wobei der untere Bereich vermutlich aus akustischen Gründen mit Tüchern verhängt war. Die Bima war, ebenso wie der Toraschrein, nach Osten hin ausgerichtet und stand vor diesem. Die Ewige Lampe hing über ihr. Aufgrund der Raumbreite wurden drei Bankreihen aufgestellt. Zwischen diesen lagen zwei Durchgänge zur Bima und zum Toraschrein. Die Frauengalerie erhob sich über dem hinteren Teil des Betsaals. Dieses Erscheinungsbild war vermutlich das Resultat einer gründlichen Renovierung im Jahr 1922. Auch ein Harmonium wurde in diesem Zusammenhang angeschafft und aufgestellt. Die „Israelitische Gemeinde Castrop“, wie im Briefkopf erwähnt, zählte in diesen Jahren etwa 130 Mitglieder. Sie gehörte zu den ärmsten jüdischen Gemeinden in Westfalen und erhielt regelmäßig einen Zuschuss vom Landesverband, um den Schuletat zu decken. Beim Novemberpogrom 1938 setzten Nationalsozialisten die Synagoge in Brand. Ein paar Tage später ließ die Baupolizei einen vollständigen Abbruch durchführen. Der Rat beschloss im Januar 1939 den Erwerb des Grundstücks, um die Straße „Im Ort“ zu verbreitern. Ein Gedenkstein erinnert seit 1970 an die ehemalige Synagoge. Heute erinnern ihr Gebäudeumriss im Pflaster und eine Gedenktafel an das ehemalige Bauwerk. Die Platzfläche trägt den Namen „Simon-Cohen-Platz“, benannt nach dem Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie aus Castrop-Rauxel. Dies wurde bereits durch die Volkszählung im Amt Castrop-Rauxel am 14. Dezember 1849 für das Wohn- und Geschäftshaus an der Münsterstraße 14 nachgewiesen. Simon Cohen, der in der Kommunalpolitik tätig war, gehörte u. a. zu den Gründern der Freiwilligen Feuerwehr und weiterer Organisationen in Castrop.
Auszug des Wikipedia-Artikels Synagoge (Castrop) (Lizenz: CC BY-SA 3.0, Autoren, Bildmaterial).Synagoge (Castrop)
Simon-Cohen-Platz,
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| N 51.548730759936 ° | E 7.3093008830449 ° |
Adresse
Klara Ullmann
Simon-Cohen-Platz
44575 , Castrop
Nordrhein-Westfalen, Deutschland
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