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Zwangsarbeiterlager Bornumer Holz

Abgegangenes Bauwerk in HannoverArbeitslagerBadenstedtDeutsche ArbeitsfrontHannover im 20. Jahrhundert
HanomagNS-Zwangsarbeit

Das Zwangsarbeiterlager Bornumer Holz in Hannover war ein zur Zeit des Nationalsozialismus während des Zweiten Weltkrieges eingerichtetes Zwangsarbeiterlager. Das nach der Deutschen Arbeitsfront (DAF) benannte Lager im Bornumer Holz wurde auch als „DAF-Lager Bornumer Holz“ und englisch als DAF-Gemeinschaftslager, Camp 4, Bornumer Holz, Hannover-Koertingsdorf bezeichnet. In dem Gemeinschaftslager „für französische, italienische, polnische und sowjetische ZwangsarbeiterInnen“ – Teil der Lagergemeinschaft Hannover und unter der Adresse Auf der Kuhbühre betrieben, das damals noch zu Körtingsdorf gehörte – wurden bis zu 3250 Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen untergebracht.Im Juni 1942 waren mitten im Bornumer Holz zwei Großzelte zur vorübergehenden Unterbringung von etwa 250 Zwangsarbeitern errichtet worden. Der Bau eines Barackenlagers erfolgte auf einer im Dezember 1942 gepachteten, knapp 1½ Hektar großen Brachfläche unmittelbar östlich des Sportplatzes des damaligen Turnvereins Körtingsdorf. Im Februar 1943 wurde das Gelände auf die südlich angrenzende und die nach Osten bis zum Salinenweg reichenden Flächen erweitert.Dort „wohnte“ auch der am 31. Oktober 1919 in der Tschechoslowakei geborene und nach dem Ersten Weltkrieg mit seiner Familie nach Troyes in Frankreich emigrierte Jean Fürst. Er war gelernter Textilarbeiter und wurde nach der Besatzung seiner Wahlheimat durch die Wehrmacht nach Hannover verschleppt, um dort für die Hanomag zu arbeiten. Er wurde im DAF-Lager Bornumer Holz untergebracht. Nach dem Hanomag Barackenlager Schlorumpfsweg wurde er ab dem 25. Februar 1943 in der Lagergemeinschaft Auf der Kuhbühre untergebracht.In der Hanomag lernte Jean Fürst den ebenfalls dort tätigen heimlichen Widerstandskämpfer Karl Nasemann kennen, dem er unter anderem beim Bau von Nasemanns Schrebergarten-Haus in der Kleingarten-Kolonie Rabenhorst half. Jean Fürst erhielt von seinem Vater aus Frankreich Konservendosen zugesandt, in denen kleine Mitteilungen verborgen waren, darunter die, „daß am 25. Juli 1943 etwas Besonderes passieren würde.“ Tatsächlich wurde an jenem Tag Mussolini in Sizilien gestürzt und verhaftet und in Hannover erfolgte der erste große Tagesangriff durch amerikanische Bomber. Als den französischen Fremdarbeitern im selben Jahr 1943 ein kurzer Heimaturlaub gewährt wurde, nutzte Jean Fürst die Gelegenheit zum Abtauchen. Die französische Untergrundbewegung versteckte ihn vor der „mit den Deutschen kollaborierenden Vichy-Polizei.“In der unmittelbaren Nachkriegszeit unter der Britischen Militärregierung wurden im Juni 1945 unter den 93 „amtlichen“ Ausländer-Lagern, zu denen auch das Bornumer Holz benannte gehörte, noch 1092 Displaced Persons (DP) gezählt.

Auszug des Wikipedia-Artikels Zwangsarbeiterlager Bornumer Holz (Lizenz: CC BY-SA 3.0, Autoren).

Zwangsarbeiterlager Bornumer Holz
Petermannstraße, Hannover Badenstedt (Ahlem-Badenstedt-Davenstedt)

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Petermannstraße 51A
30455 Hannover, Badenstedt (Ahlem-Badenstedt-Davenstedt)
Niedersachsen, Deutschland
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Am Ihlpohl
Am Ihlpohl

Am Ihlpohl ist der Name einer Straße in Hannover, die in weitem Bogen um den Lindener Berg herumführt. Sie führt von der Badenstedter Straße im Stadtteil Badenstedt bis zur Brücke an der Bornumer Straße in Linden-Süd.Geologisch verläuft „längs der Straße“ eine Schicht Cornbrash-Sandstein unter Ablagerungen aus der Zeit des Pleistozäns.Der im 19. Jahrhundert im Jahr 1877 angelegte Verkehrsweg wurde nach „dem Flurnamen“, genauer nach den Flurnamen „Großer Ihlpohl“ und „Kleiner Ihlpohl“ benannt, die wiederum Bezug nahmen auf den hier gelegenen ehemaligen „Blutegelteich“, den Ihlpohl. Dieses heute verschwundene Gewässer ist nicht zu verwechseln mit dem Regenrückhaltebecken an der Straße.An der Bornumer Straße sowie am Ihlpohl produzierte der Industrielle Georg Egestorff bereits ab 1861 Zündhütchen, die Fabrik dazu wurde später auch als „Zündhütchen- und Thonwaarenfabrik“ bekannt.Die im Anschluss an die Königlich Preußische Landesaufnahme von 1886 bis 1892 erfolgte „exakte Neuvermessung“ für die vom Stadtbauamt Linden herausgegebene Karte der Stadt und Feldmark Linden verzeichnete zwischen den Eisenbahngleisen an der Verzweigung im Südwesten am großen Ihlpohl die „Zündhütchen-Fabrik.“„Um 1920“ oder nach dem 1. Januar 1930 wurde anstelle des alten Verlaufs der Straße eine neue Wegeführung angelegt. Sie verläuft auf der ehemaligen Eisenbahnstrecke, die vom Bahnhof Fischerhof bis zum ehemaligen Bahnhof am Küchengarten führte. „Der frühere Streckenverlauf ist in der Straße Am Ihlpohl noch auszumachen.“Heute wird die Straße von Schrebergärten gesäumt, die teils in der Gartenkolonie „Ihlpohl“ liegen.