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Gerichtsplatz (Bozen)

Bauwerk der Moderne in SüdtirolErbaut in den 1930er JahrenGeschichte BozensPlatz in BozenPlatz in Europa
Finanzämter Bozen 2019
Finanzämter Bozen 2019

Der Gerichtsplatz (italienisch Piazza del Tribunale) ist ein Platz in der Südtiroler Landeshauptstadt Bozen. Er wurde zur Zeit des Faschismus im Ortsteil Gries-Quirein erbaut und trug ursprünglich den Namen Piazza Arnaldo Mussolini, benannt nach Arnaldo Mussolini (1885–1931), dem Bruder des Diktators Benito Mussolini. Nördlich des Platzes befindet sich der Justizpalast, welcher das Landesgericht Bozen beherbergt. Gegenüber im Süden liegt die 1939/42 errichtete Casa Littoria mit ihrem überdimensionalen, den Faschismus verherrlichenden Relief des Bildhauers Hans Piffrader; dabei handelt es sich um das ehemalige Parteigebäude der Nationalen Faschistischen Partei. Die beiden Gebäude und der Platz bilden zusammen ein monumentales Ensemble, das vom rationalistischen Baustil der faschistischen Ära deutlich geprägt ist.Auf dem gepflasterten Platz befindet sich der Najadenbrunnen. Er stammt von dem Trentiner Bildhauer Eraldo Fozzer (1908–1995) und wurde im Jahre 1958 auf dem Gerichtsplatz aufgestellt. 2003 erfolgte zusammen mit dem Neubau einer Tiefgarage unter dem Platz und der Platzneugestaltung die Sanierung des Najadenbrunnens. Zur Gesamtkonzeption des Platzes gehört mittelbar auch die östlich seitlich der Italienallee etwas abgesetzte Christkönigskirche, die ebenfalls ab 1938 errichtet wurde und zusammen mit der Casa Littoria und dem Gerichtsgebäude ein ideologisch aufgeladenes Entrée des vom Faschismus geplanten „Groß-Bozens“ darstellte.

Auszug des Wikipedia-Artikels Gerichtsplatz (Bozen) (Lizenz: CC BY-SA 3.0, Autoren, Bildmaterial).

Gerichtsplatz (Bozen)
Gerichtsplatz, Bozen Quirein

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Breitengrad Längengrad
N 46.497667 ° E 11.339392 °
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Adresse

Ufficio Finanzario - Finanzämter

Gerichtsplatz 2
39100 Bozen, Quirein
Trentino-Südtirol, Italien
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Finanzämter Bozen 2019
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In der Umgebung

Italienallee
Italienallee

Die Italienallee (italienisch Corso Italia) ist ein breiter Boulevard in der Südtiroler Landeshauptstadt Bozen, der im Stadtteil Gries-Quirein in süd-nördlicher Richtung die Drususallee mit der Freiheitsstraße bzw. den Hadrianplatz mit dem Mazziniplatz verbindet. Etwa in der Mitte der Allee befindet sich seitlich angeordnet der Gerichtsplatz. Angelegt in den Jahren 1938/39 im Kontext der Faschisierung des Bozner Stadtbildes, hieß die von Bäumen gesäumte Straße ursprünglich Julius-Caesar-Allee (Viale Giulio Cesare). Gemäß dem Bauleitplan von Marcello Piacentini für ein den Ordnungsvorstellungen des italienischen Faschismus entsprechendes „Groß-Bozen“ sollte das Dreigestirn von ehemaligem Parteisitz in der Casa Littoria (heutiges Finanzamt), Justizpalast und der Christkönigskirche ein neues städtisches Entrée bilden. Hier war mit dem unmittelbaren Zusammenspiel von gerichtlicher, politischer und ideologisch-religiöser Macht „das totalitäre Programm architektonisch mit Händen zu greifen“. Die bis zur Befreiung von Faschismus und Nationalsozialismus nur marginal mit Gebäuden versehene Straße erhielt ihre Randverbauung erst ab den 1950er Jahren. Ihre südliche Fortsetzung, die Romstraße und -brücke (über den Eisack), bindet den Stadtraum axial an das Industriegebiet Bozen an und vermittelt in das Stadtviertel Oberau-Haslach. Die Straße besitzt zwei Fahrspuren sowie in südlicher Richtung eine Vorzugsspur für den Busverkehr und wird beidseits von Fahrradwegen gesäumt.

Justizpalast (Bozen)
Justizpalast (Bozen)

Der Justizpalast (auch Gerichtsgebäude genannt; italienisch Palazzo di Giustizia) in Bozen (Südtirol) ist der zentrale Sitz der örtlichen Justizbehörden. Am Gerichtsplatz im Stadtteil Gries-Quirein gelegen, wurde der ausladende Bau im rationalistischen Stil des späten Faschismus nach den Entwürfen der Architekten Paolo Rossi de Paoli und Michele Busiri Vici ab 1939 errichtet, aber erst 1956 abgeschlossen und bezogen. Heute befinden sich hier die Büros und Gerichtssäle des Landesgerichts Bozen und der örtlichen Staatsanwaltschaft. Das an der Stirnseite mit weißen Travertinplatten verkleidete und rückseitig in Sichtziegelmauerwerk verzierte Gebäude weist eine monumentale Eingangstreppe auf; die konkave Krümmung der Fassade korrespondiert mit der südlich gegenüber liegenden Casa Littoria (bis 1943 Sitz der örtlichen Sektion der Faschistischen Partei, heute Heimstatt der Finanzämter). Oberhalb des Eingangsbereichs befindet sich ein die Göttin Justitia zeigendes Relief, die ohne Augenbinde, dafür mit direktem Blick auf das ehemalige faschistische Parteigebäude dargestellt ist.Die lateinische Aufschrift auf dem Architrav des Justizpalastes Pro Italico Imperio virtute iustitia hierarchia unguibus et rostris („Für das italienische Imperium in Tugend, Gerechtigkeit und Hierarchie mit Klauen und Zähnen“) verweist mit ihrem expliziten Bezug auf das 1936 ausgerufene faschistische Mittelmeerreich auf die ursprüngliche Funktion des Gebäudes, gemeinsam mit dem Parteisitz und der schräg versetzten Christkönigskirche der Verherrlichung des Regimes zu dienen und entlang der früheren Julius-Caesar-Allee (der heutigen Italienallee) „die Funktion eines ideologisch aufgeladenen Portals zum neuen faschistischen «Groß-Bozen» [zu] erfüllen“.Am 12. September 1948 fand im noch unfertigen Gebäude bzw. auf dem Gerichtsplatz die erste in der Nachkriegszeit ausgerichtete Internationale Bozner Mustermesse statt. Der Messestandort wurde in den 1950er Jahren in das Areal der inzwischen abgerissenen Eishalle an der Romstraße verlegt.Im Dezember 2017 ging der bis dahin staatliche Bau kostenlos ins Eigentum der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol über, die seitdem für den Unterhalt des Gebäudes aufkommt.

Hadrianplatz
Hadrianplatz

Der Hadrianplatz (italienisch Piazza Adriano) ist ein Platz in der Südtiroler Landeshauptstadt Bozen. Er ist nach dem römischen Kaiser Hadrian benannt. Der 1935/36 im Kontext der faschistischen Stadtplanung angelegte Platz trug zunächst den einsprachigen Namen Piazza XXVIII Ottobre, benannt nach dem Tag des Marschs auf Rom. Nach dem Sturz Mussolinis am 25. Juli 1943 und dem damit verbundenen Machtverfall des faschistischen Regimes wurde der Platz im August 1943 einsprachig in Piazza Adriano umbenannt. Nach 1945 wurde daraus der heutige zweisprachige Platznamen. Der Platz ist ein zentraler Verkehrsknotenpunkt des Kraftverkehrs in Bozen und ist an der Grenze zwischen den Stadtvierteln Gries-Quirein und Europa-Neustift gelegen. An ihm trifft die Ost-West-Achse der Drususallee auf die Nord-Süd-Achse, die aus der Italienallee und der Romstraße gebildet wird. Allein an der nordwestlichen Seite des Platzes, wo zudem die Duca-d'Aosta-Allee einmündet, besteht genug Raum für eine kleine, von Straßenflächen eingefriedete Parkanlage. In dieser befindet sich ein Denkmal des Künstlers Claudio Trevi, das zwei sich gegenseitig stützende, unbekleidete Jünglinge zeigt und laut Widmungsaufschrift an alle Zivilpersonen und Soldaten erinnert, die während der Befreiungskämpfe des Zweiten Weltkriegs getötet wurden („Ai caduti per la libertà / Den für die Freiheit Gefallenen“). Das Bronzerelief des Denkmals wurde 1949 im Auftrag der ANPI gegossen, aber erst 1955 an der Quireiner Wassermauer an der Talfer aufgestellt. 1957 musste die Stadtgemeinde für eine Erneuerung der beschädigten Bronze-Inschrift aufkommen, 1965 wurde das Denkmal – nun mit einem von Guido Pelizzari entworfenen Betonrahmen versehen – auf den Hadrianplatz versetzt. Im Rahmen einer Neugestaltung der Platzfläche 2005 erhielt das Relief seinen heutigen Rahmen aus Cortenstahl; direkt neben ihm wurden nach einer Idee der Künstlerin Cristina Vignocchi auf einer Stele Worte zum Frieden von europäischen Schriftstellern und Philosophen (wie etwa Platon) angebracht. Von der ursprünglichen Randverbauung des Platzes sind nur die Etagenwohnhäuser mit Läden an der Südwestecke (Drususallee 47–53), ein Werk des Architekten Armando Ronca aus den Jahren 1935–1937, erhalten geblieben. Der architektonisch qualitätvolle ehemalige Firmensitz von Fiat im nordwestlichen Platzbereich fiel hingegen in den 1990er Jahren „der unersättlichen Spekulationsgier eines örtlichen Baumagnaten zum Opfer“ und wurde durch Funktionsbauten ersetzt.

Mazziniplatz (Bozen)
Mazziniplatz (Bozen)

Der Mazziniplatz (auch Giuseppe-Mazzini-Platz, italienisch Piazza Mazzini) ist ein Platz in der Südtiroler Landeshauptstadt Bozen. Er ist nach dem italienischen Philosophen, Journalisten, Politiker und Exponenten des Risorgimento Giuseppe Mazzini benannt. Er befindet sich im Stadtviertel Gries-Quirein etwa in der Mitte der von der Freiheitsstraße gebildeten Ost-West-Achse, wo von Süden die Italienallee einmündet. Er wurde ab 1935/36 im Kontext der faschistischen Neuplanungen für ein italianisiertes „Groß-Bozen“ gemäß dem Bauleitplan von Marcello Piacentini angelegt. Der ursprüngliche Platzname lautete „Piazza IX Maggio“, da am 9. Mai 1936 Diktator Benito Mussolini infolge des Eroberungsfeldzugs in Abessinien das italienische Imperium ausgerufen hatte. An der Westseite des Platzes steht das Rai-Funkhaus Bozen, das 1959 nach einem Entwurf der Architekten Gigi Dalla Bona und Guido Pelizzari errichtet wurde; es beherbergt die Redaktionen von Rai Südtirol, Rai Alto Adige und Rai Ladinia. Der südwestliche Teil des Platzes bietet einer kleinen Parkanlage Platz, umgeben von Straßen und Parkflächen. Der nordseitige Teil wurde im Rahmen eines im Jahr 2000 fertiggestellten Projekts mit dem Ziel, ihn als Aufenthaltsort wiederzubeleben, architektonisch umgestaltet und mit einem Brunnen geschmückt. Dort befindet sich auch eine 1962 aufgestellte Bronzebüste Mazzinis mit der Aufschrift „Giuseppe Mazzini - precursore della libertà e dell'unità d'Europa - der Vorläufer der Freiheit und der Einheit Europas“.