place

San Giacomo in Paludo

Geographie (Venedig)Insel (Europa)Insel (Lagune von Venedig)Insel (Venetien)Unbewohnte Insel
San Giacomo in Paludo 01
San Giacomo in Paludo 01

San Giacomo in Paludo ist eine Insel in der Lagune von Venedig. Sie liegt zwischen den Inseln Murano und Madonna del Monte am Kanal Scomenzera San Giacomo und hat eine Fläche von 12.496 m². Im Hochmittelalter befand sich dort ein Hospiz für Pilger ins Heilige Land, vom 13. bis 15. Jahrhundert ein Frauenkloster, dann lebten dort Franziskaner. Vom frühen 19. Jahrhundert, als die Insel zum Munitionslager umfunktioniert wurde, bis 1961 diente sie militärischen Zwecken.

Auszug des Wikipedia-Artikels San Giacomo in Paludo (Lizenz: CC BY-SA 3.0, Autoren, Bildmaterial).

San Giacomo in Paludo
Via de le Motte, Venedig Venezia-Murano-Burano

Geographische Koordinaten (GPS) Adresse In der Umgebung
placeAuf Karte anzeigen

Wikipedia: San Giacomo in PaludoBei Wikipedia weiterlesen

Geographische Koordinaten (GPS)

Breitengrad Längengrad
N 45.469444444444 ° E 12.379166666667 °
placeAuf Karte anzeigen

Adresse

Via de le Motte
30141 Venedig, Venezia-Murano-Burano
Venetien, Italien
mapBei Google Maps öffnen

San Giacomo in Paludo 01
San Giacomo in Paludo 01
Erfahrung teilen

In der Umgebung

Lazzaretto Nuovo
Lazzaretto Nuovo

Lazzaretto nuovo ist eine 8,72 ha große Insel in der Lagune von Venedig, die etwa 3 km nordöstlich des historischen Zentrums, gegenüber der Insel Sant’Erasmo liegt. Älteste Siedlungsspuren verweisen in die Bronzezeit. Im Hochmittelalter – in der ersten Urkunde, die die Insel 1015 erwähnt, heißt sie noch Vigna Murada – lebten dort einige Einsiedler. Ab dem späten 11. Jahrhundert war die Insel im Besitz der Mönche von San Giorgio Maggiore, die dort eine kleine Kirche errichteten und diese dem heiligen Bartholomäus (italienisch San Bartolomeo) weihten. Vigna Murada war ein Kloster, umgeben von Äckern und Salinen. 1468 wurde auf Beschluss des Senats auf der Insel ein Lazarett eingerichtet. Dieses hatte die Aufgabe, ansteckenden Krankheiten vorzubeugen. Eine andere Insel in der südlichen Lagune nahe dem Lido di Venezia, die nunmehr Lazzaretto Vecchio (deutsch Altes Lazarett) genannt wurde, nahm diejenigen auf, bei denen sich in den Augen der Zeitgenossen der Verdacht bestätigt hatte, dass sie pestkrank waren. Dazu wurden auf dem neuen Lazarett Krankenhäuser errichtet, darunter noch im 16. Jahrhundert das Teson Grande, das größte Gebäude auf der Insel. Die Bauten waren neben den Seilerwerkstätten im Arsenal die größten öffentlichen Gebäude Venedigs. Das Teson Grande ist mehr als 100 m lang. Um dieses Lazzarett von dem bereits bestehenden zu unterscheiden, nannte man es Lazaretto Novo, wie bald die gesamte Insel genannt wurde. Francesco Sansovino nennt 100 Räume auf der Insel, die von Ferne einem Castello geähnelt habe. Diesen Eindruck dürften die mehr als 100 Kamine im venezianischen Stil vermittelt haben. Im Gebäude sind zahlreiche Inschriften erhalten, dazu Zeichnungen, die an die Gegenwart der Kaufleute erinnern, und die angesichts des (möglichen) Sterbens auf der Insel auch die Informationen über die geladenen und dort gelagerten Waren bewahren sollten. Auch Reisebeschreibungen von Schiffen, die aus Zypern oder Konstantinopel gekommen waren, finden sich dort. Während der Pestepidemie von 1576 wurde die Insel zum Zwangsaufenthalt für die von der Krankheit möglicherweise angesteckten Personen. Aufzeichnungen aus dieser Zeit berichten von nahezu zehntausend Menschen auf Lazzaretto nuovo, und die Wasserwege waren von Hunderten von Schiffen und Booten verstopft. Nach dem Abflauen der Pest wurde die Insel nach und nach von den verbliebenen Bewohnern verlassen. Um 1700 verlor die Insel ihre Bedeutung als Quarantäneort. Erst im 19. Jahrhundert, unter Napoleon, dann während der österreichischen Herrschaft, schuf man Wohn- und Lagergebäude für militärische Zwecke. Ein Rest von Befestigungsanlagen (fortificazioni lagunari) zeugt von den militärischen Auseinandersetzungen um die Lagune seit Napoleon und unter den Österreichern. Daher wurden die großen Arkaden des Teson zugemauert, ein Pulvermagazin entstand dort. Die Mauern wurden mit Schießscharten ausgestattet, mit Wachtürmen, Bollwerken aus istrischem Marmor und Erdwällen. Die Insel verband nun mit S. Erasmo eine eigene Brücke, die Testa di Ponte. Eine ähnliche Verbindung entstand mit der Batterie des Torre Massimiliano, eines Turms, der den Zugang zum Hafen von Lido bewachte. Bis 1975 wurde die Insel vom italienischen Militär genutzt. Inzwischen ist die Insel unter Leitung des Ministero per i Beni e le Attività Culturali einer umfassenden Sanierung unterzogen worden. Die Ausführung oblag der Sopraintendenza per i Beni Ambientali e Architettonici und dem Magistrato alle Acque. Seit 1977 untersteht die Insel dem Ekos Club, einer Freiwilligenvereinigung, die hinter einem Projekt namens ‚Für die Wiedergeburt einer Insel‘ steht. Dieser fördert wissenschaftliche und kulturelle Aktivitäten und koordiniert die Zusammenarbeit von Körperschaften und Institutionen. Unterstützt wurde EKOS vom Archeoclub d’Italia Sede di Venezia, also dem Sitz in Venedig des italienischen Archeoclubs. Die Insel gehört dem Sistema Bibliotecario Museale, dem Verbund der Museumsbibliotheken der Provinz Venedig an, ebenso wie den Itinerai Educativi, die Lehrpfade unterhalten. So entstand ein etwa einen Kilometer langer Rundweg, der Ausblicke auf die Lagune bietet, aber auch in das Ökosystem auf der Insel einführt. Dort befinden sich Lorbeerbäume, Eschen, Weißdorn, wilde Dornbüsche und große Mengen von Schilfgräsern. Dabei weist die Nordseite typische Pflanzengemeinschaften der Barene auf, wie sie in der Lagune verbreitet sind, darunter Limonium (Strandflieder), Salicornia und Artemisia (Beifuß). Auch lagunentypische Fische und Krustentiere lassen sich hier beobachten. Innerhalb der österreichischen Befestigungsanlage stehen mehrere Jahrhunderte alte Maulbeerbäume, aber auch Eschen und Pappeln, dazu verwilderte Obstbäume. Neben Möwen und Seidenreihern finden sich Graureiher, Kormorane, einige wenige Eisvogelpaare, Falken und andere Raubvögel. Hinzu kommen Stelzenläufer, die hier als Cavalieri d'Italia bezeichnet werden. Auf der Insel werden archäologische Sommercamps durchgeführt, bei denen in Grabungstechnik und Konservierungsmethoden eingeführt wird, aber auch in Quellenlektüre und Konservierungstechniken. Ebenso spielen Unterwasserarchäologie und experimentelle Archäologie eine wesentliche Rolle. Im Jahr 2000 wurde auf der Expo 2000, der Weltmesse in Hannover, unter dem Titel Humankind, Nature, Technology das ökologisch durchdachte Projekt vorgestellt, in dessen Mittelpunkt die Abwasserreinigung durch Pflanzen stand.

San Cipriano (Venedig)
San Cipriano (Venedig)

San Cipriano hieß eine Kirche nebst einem Kloster auf der venezianischen Insel Murano. Diese wurde 1817 aufgegeben und um 1840 zerstört, nachdem sie seit 1111 bestanden hatte. Ihr bedeutendstes Kunstwerk, ein Mosaik des frühen 13. Jahrhunderts, befindet sich heute in Potsdam. Der Doge Vitale Michiel I. veranlasste den Benediktinerabt Vetulo, Leiter der Abtei San Benedetto in Polirone, nach der Zerstörung des bereits seit dem 9. Jahrhundert bestehenden Klosters Santi Cornelio e Cipriano in Alt Malamocco, ein neues Cyprianskloster zu errichten. Kurz zuvor hatte Pietro Badoer, der Patriarch von Grado, eine Landdonation gegen eine jährliche Menge Olivenöl veranlasst. Zu dieser Donation kamen weitere private Stiftungen um Chioggia und Carpenedo sowie einiger Häuser in Venedig selbst. Die neue Kirche sollte der seinerzeitigen Dogenkapelle, dem heutigen Markusdom, kirchenrechtlich unterstellt sein. Der Doge Ordelafo Faliero und der Patriarch Giovanni Gradenigo gestatteten die Verlagerung des durch ein Erdbeben und einen nachfolgenden Tsunami zerstörten Klosters in Malamocco – dieser Katastrophe fiel die gesamte Stadt zum Opfer –, 1109 schenkte Pietro Gradenigo dem noch zu errichtenden Kloster eine Landparzelle auf der Insel Murano. Bereits 1111 konnten die Mönche in das auf diesem Grund errichtete Kloster einziehen. Auch in den folgenden Jahrzehnten erhielt das Kloster Landzuwendungen, so etwa in Vicenza, Treviso und Triest, aber auch auf Istrien, nämlich in Capodistria, und auf Veglia, heute Krk. 1219 wurde das Kloster zwar eine eigenständige Abtei, doch behielt sich der Abt von San Benedetto di Polirone das Recht vor, den Abt zu bestimmen. Die Anlage diente u. a. den Dogen Pietro Polani, beigesetzt 1148, und Pietro Gradenigo, beigesetzt 1311, als Grablege. 1383 erlangten die Gradenigo das Patronat über das Kloster, doch bereits 1421 verlor dieses seine Autonomie mangels Mönchen, zudem wurde es dem Erzbischof von Spalato (Split) unterstellt. Der daraufhin entbrennende Streit mit den Gradenigo wurde erst 1587 beendet, nachdem das Institut dem Patriarchen von Venedig unterstellt worden war. Dies war insofern ungewöhnlich, als das Kloster zum Bistum Torcello gehörte. Die Gradenigo erhielten einen Ausgleich durch eine Kirche in Padua, nämlich Santa Margherita. Zwar entgingen Kirche und Kloster den Plünderungen in napoleonischer Zeit, doch 1817 wurde der Sitz des venezianischen Patriarchen von Castello nach San Marco verlegt. Damit wurde auch das Priesterseminar von Murano an den heutigen Sitz verlegt. Mitte der 1830er Jahre wurde das Kloster aufgegeben. Innerhalb weniger Jahre wurde die Kirche abgerissen und die Kunstschätze verkauft, bis auf ein hoch- oder spätmittelalterliches Pantokrator-Mosaik. 1834 ließ Friedrich Wilhelm IV. von Preußen dieses Mosaik des frühen 13. Jahrhunderts für 385 Taler für die Friedenskirche in Potsdam erwerben. Es befindet sich seit 1844 in der dortigen Apsis. 1835/1836 wurde das Meisterwerk in 111 Teilen per Schiff verfrachtet. Bis 2019 erfolgte erstmals eine Restaurierung.

Sant’Erasmo
Sant’Erasmo

Die Insel Sant’Erasmo (benannt nach Erasmus von Antiochia) ist die größte Insel in der Lagune von Venedig und dient vor allem der Versorgung der Stadt Venedig mit Gemüse. Berühmt sind die castraure di Sant’Erasmo, junge Artischocken, sowie die spareselle, grüner, ganz dünner Spargel. Der Hauptort San Erasmo Chiesa befindet sich ziemlich genau in der Mitte der Insel, auf der der Lagune zugewandten Seite. Die Insel ist von Venedig aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Seit 2002 wurden auf der Insel umfangreiche Sanierungsarbeiten, vor allem an den brüchig gewordenen Uferbefestigungen, durchgeführt. Auch entfaltete sich im Hauptort eine rege Wohnbautätigkeit, um die Abwanderung der jungen Leute zu stoppen. Derzeit (2005) hat Sant’Erasmo circa 500 Einwohner, viele davon pendeln täglich nach Murano (Glasfabriken) oder Venedig (Tourismus) aus. Zur Volkszählung 2001 wurden auf der 3,26 km² großen Insel 771 ständige Einwohner nachgewiesen, davon 253 im gleichnamigen Hauptort (auch Sant’Erasmo Chiesa genannt) und der Rest in verstreuten Wohngebäuden, die keiner Siedlung zuzuordnen sind. Die Bewässerung der Gemüsefelder erfolgt hauptsächlich über schmale Kanäle – le barene – die über ein System von Schleusen mit dem Brackwasser der Lagune gefüllt werden. Von der ersten Vaporetto-Station, San Erasmo Capannone, erreicht man in einem viertelstündigen Fußmarsch den „Torre Massimiliano“, einen alten Geschützturm in Ziegelbauweise aus der k.u.k.-Zeit, während der Venedig von Österreich regiert wurde. Mittels der aufgestellten Geschütze konnte feindlichen Schiffen die Einfahrt in die Lagune verwehrt werden. Nach Jahren des Verfalls hat sich eine Gruppe von Investoren gefunden, die den Turm aufwändig restaurierte und in ein Kultur- und Ausstellungszentrum umgestaltete. An der Nordspitze der Insel (Punta Vela) befinden sich noch Reste von ehemaligen Befestigungs- und Verteidigungsanlagen, die aber langsam verfallen. Einige der verstreut liegenden Häuser werden zeitweise von Aussteigern und Künstlern bewohnt. Von Sant’Erasmo aus erreicht man mit Privatbooten die Insel San Francesco del Deserto, auf der sich ein Franziskanerkloster befindet.