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St. Michaelskloster (Kiew)

Erbaut im 12. JahrhundertKirchengebäude in KiewKloster in der UkraineKlosterbau in EuropaKlosterbau in der Ukraine
MichaelisklosterRekonstruiertes Bauwerk in der Ukraine
80 391 9007 Kyiv St.Michael's Golden Domed Monastery RB 18 (cropped)
80 391 9007 Kyiv St.Michael's Golden Domed Monastery RB 18 (cropped)

Das St. Michaelskloster (ukrainisch Михайлівський золотоверхий монастир/Mychajliwskyj solotowerchyj monastyr; russisch Михайловский златоверхий монастырь/Michajlowski slatowerchi monastyr) ist ein Mönchskloster am Michaelplatz im Kiewer Rajon Schewtschenko, Ukraine. Es ist Sitz der Orthodoxen Kirche der Ukraine. Die Klosteranlage befindet sich auf der westlichen Seite des Dneprs am Rand eines Kliffs nordöstlich der Kiewer Sophienkathedrale. Sie belegt eine Fläche von zirka 38.000 Quadratmetern und besteht aus der goldenen Torkirche, der Kathedrale auf ihrem Gelände, einigen ehemaligen Wohnbauten, der Trapezkirche von Johannes dem Täufer (Johann Boguslaw), einem Wirtschaftstor, dem Refektorium und weiteren Gebäuden, die von der Kiewer Theologischen Schule genutzt werden. Vor dem Eingangsportal der Torkirche befindet sich eine Gedenkstätte für die Millionen Opfer des Holodomor, der großen Hungersnot von 1932–1933, die durch falsche Politik Stalins die Ukraine besonders hart traf. Das Kloster wurde 1936 gesprengt und in den 1990er-Jahren wiederaufgebaut und 1999 eröffnet.

Auszug des Wikipedia-Artikels St. Michaelskloster (Kiew) (Lizenz: CC BY-SA 3.0, Autoren, Bildmaterial).

St. Michaelskloster (Kiew)
Трьохсвятительська вулиця, Kiew

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Breitengrad Längengrad
N 50.455555555556 ° E 30.522777777778 °
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Adresse

Михайлівський собор

Трьохсвятительська вулиця 6
1001 Kiew
Ukraine
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In der Umgebung

Kiewer Orthodoxe Theologische Akademie
Kiewer Orthodoxe Theologische Akademie

Die Kiewer Orthodoxe Theologische Akademie (ukrainisch Київська православна богословська академія, Abk. КПБА / KPBA) ist eine theologische Hochschule der Orthodoxen Kirche der Ukraine. Es ist die höchste religiöse Bildungseinrichtung der orthodoxen Kirche in der Ukraine. Ihr Rektor ist Oleksandr Trofymljuk. Die Einrichtung bildet Priester, Geistliche und anderes kirchliches Personal aus. Sie wurde 1992 gegründet und befindet sich auf dem Gelände des St. Michaelsklosters, ein Mönchskloster am Michaelplatz im Kiewer Rajon Schewtschenko, Ukraine, dem Sitz der Orthodoxen Kirche der Ukraine. Ihre Geschichte geht auf die der Kiewer Mohyla-Akademie zurück, von der auch andere Institutionen die Nachfolge für sich beanspruchen. Die Kiewer Mohyla-Akademie (1659–1817) war die erste höhere Bildungseinrichtung in Kiew, die ebenfalls 1992 gegründet Nationale Universität Kiew-Mohyla-Akademie ist eine moderne ukrainische Hochschuleinrichtung.Das akademische Gebäude der Akademie befindet sich neben dem mit einer goldenen Kuppel versehenen Kloster St. Michael. Die Akademie nutzt die Kirche St. Johannes der Apostel und Evangelist als ihre Kirche.Der orthodoxe Priester und Dozent an der Kiewer Orthodoxen Theologischen Akademie Sergiy Berezhnoy beispielsweise war einer der Unterzeichner des Aufrufs zum Ausschluss der Russisch-Orthodoxen Kirche aus dem Ökumenischen Rat der Kirchen vom 23. Juli 2022.

Golgatha (Kiew)
Golgatha (Kiew)

Golgatha (russisch Голгофа) war der Name eines Panoramas in der Stadt Kiew, das den Leidensweg Christi darstellte. Es wurde 1902 in einem Pavillon auf dem Wladimirhügel unmittelbar neben der katholischen Alexanderkirche eröffnet. Der Pavillon wurde 1934 abgebrochen, das Panorama selbst ging wahrscheinlich 1941 beim Brand des Kiewer Höhlenklosters verloren. Das Panorama ist eine Replik des 1886 geschaffenen Panoramas Jerusalem am Tag der Kreuzigung Christi von Bruno Piglhein, Josef Krieger und Karl Hubert Frosch. Das Original ging 1892 bei einem Brand in Wien verloren, die Künstler fertigten jedoch ungefähr 40 Repliken des Gemäldes an. Das Bild hat eine Länge von 93,8 m bei einer Höhe von 12,9 m. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde auf dem Wladimirhügel ein Park angelegt, der südöstliche Teil des Geländes lag jedoch zunächst brach. Die Stadt Kiew verpachtete das Gelände zunächst für Verkaufsstände. 1897 wurde entschieden, dort das Gebäude der Kiewer Handelsschule zu errichten. Die bereits begonnenen Arbeiten zur Vermessung wurden jedoch nach Protesten der Bevölkerung eingestellt. Initiatoren des Projektes waren Iwan Samajew und Arthur Gaschinski. Samajew war ein russischer Adliger und Inhaber eines Kunstsalons in Kiew, Gaschinski österreichischer Staatsbürger. Die Stadtduma Kiews genehmigte am 5./6. März 1901 die Verpachtung eines Teils des Geländes für eine jährliche Pacht von 1500 Rubeln an Samajew zur Errichtung eines Pavillons für die Ausstellung von Kunstwerken mit der Auflage, dass nur religiöse und historische Werke ausgestellt werden und keine musikalischen Darbietungen stattfinden. Architekt des Pavillons war Wladimir Rimski-Korsakow. Beim Entwurf des Gebäudes lehnte sich dieser eng an den Pavillon des Panoramas in Tschenstochau an. Das Gebäude war aus Holz, lediglich das im Jugendstil gehaltene Portal bestand aus Stein. Das insgesamt rund drei Tonnen schwere Gemälde wurde auf Holzrollen aufgewickelt und mit der Eisenbahn nach Kiew transportiert. Beleuchtet wurde das Panorama tagsüber durch natürliches Licht, in den Abendstunden durch Gaslampen. Nach rund dreimonatiger Bauzeit konnte das Panorama am 10. Januar 1902 im Beisein des Kiewer Gouverneurs eröffnet werden. Die Baukosten betrugen insgesamt rund 18.000 Rubel, der Eintrittspreis für Erwachsene lag bei 50 Kopeken, für Schüler bei 30 Kopeken. Bereits nach zwei Monaten wurde die Gewinnschwelle überschritten. Das Panorama erfreute sich im damaligen Kiew großer Beliebtheit. Es wird vermutet, dass Michail Bulgakow als Schüler das Panorama besuchte und seine Eindrücke in die biblischen Passagen seines Romans Der Meister und Margarita einfließen ließ. Kirchliche Kreise nahmen das Gemälde eher zurückhaltend auf und maßen ihm eher historische und weniger religiöse Bedeutung zu. Besonders kritisiert wurde der aus Sicht der Kirche unangebrachte Realismus und die fehlende Erhabenheit. Das Panorama wurde anschließend in anderen russischen Städten wie Odessa und Charkow gezeigt, der Pavillon in Kiew wurde währenddessen zur Ausstellung anderer Panoramen genutzt, so wurde z. B. im Juli 1903, als Jerusalem am Tag der Kreuzigung Christi erstmals in Odessa gezeigt wurde, in Kiew die Die Folter der Christen im Zirkus des Nero des polnischen Malers Jan Styka ausgestellt. Im Frühjahr 1904 wurde im Pavillon Ilja Repins Nacht von Getsemani (Гефсиманская ночь) gezeigt. 1907 wurde der Pachtvertrag mit der Ehefrau Gaschinskis bis 1913 verlängert. Der Pachtzins blieb unverändert, jedoch durften jetzt im Pavillon zum Thema der Ausstellung passende Musikstücke aufgeführt werden. Die Anziehungskraft des Panoramas hatte zwischenzeitlich jedoch stark nachgelassen, was sich in sinkenden Besucherzahlen äußerte. Die Frau Gaschinskis konnte nicht einmal die erste Rate der Pacht aufbringen, ein Gesuch um Verringerung des Pachtzinses wurde von der städtischen Duma jedoch abgelehnt. Das Gebäude ging daher im November 1907 in städtischen Besitz über. Die Ausstellungen von Panoramen wurden jedoch zunächst weitergeführt, so soll 1908 das Panorama Überquerung der Beresina durch die Truppen Napoleons von Wojciech Kossak ausgestellt worden sein, nach anderen Quellen ein Panorama der Völkerschlacht bei Leipzig. Dem Besitzer des Gebäudes, der Stadtverwaltung Kiews, war die illegale Nutzung städtischen Eigentums jedoch entgangen, obwohl die Ausstellungen in Zeitungen angekündigt wurden. Erst im November 1908 ergriff die Stadtverwaltung Maßnahmen, der darauf folgende Rechtsstreit mit dem Anwalt der Frau Gatschinskis zog sich bis zum Dezember 1915 hin, da weitere Parteien Ansprüche erhoben. Auch die Besitzrechte am eigentlichen Gemälde wurden in den Rechtsstreit einbezogen. Auch während dieser Zeit wurde das Gebäude für Ausstellungen genutzt. Bei einer Inspektion im Jahre 1912 wurden Mängel beim Brandschutz festgestellt, woraufhin der Pavillon für kurze Zeit geschlossen wurde. 1913 wurde das Gebäude renoviert. Gezeigt wurden abwechselnd Jerusalem am Tag der Kreuzigung Christi und die Überquerung der Beresina durch die Truppen Napoleons. Um 1915 erwarb Tit Chmeliowsk, der damalige Pächter des Geländes, eine weitere Kopie von Jerusalem am Tag der Kreuzigung Christi von Henryk Poletillo, der sich ebenfalls um den Pachtvertrag bemüht hatte. Poletillo hatte dieses Gemälde bislang in Saratow ausgestellt, musste es jedoch zur Begleichung seiner Schulden an den Kiewer Kaufmann Michail Kalaschnikow übergeben. Beide Kopien der Kreuzigung Christi waren identisch. Kalaschnikow wurde 1915 Pächter des Geländes und führte die Ausstellungen auch nach dem Ende des Ersten Weltkrieges weiter fort. Das Gebäude wurde verstaatlicht, das Gemälde blieb jedoch im Besitz Kalaschnikows, der 1921 die Räumlichkeiten erneut anmietete. Nach Auslaufen des Pachtvertrages Ende 1924 wurde 1925 das Gemälde von Vertretern der Sowjetmacht beschlagnahmt. Eine Beschwerde bzw. Klage Kalaschnikows blieb erfolglos, jedoch wurde in der Antwort des Volkskommissariats für Bildung in der ukrainischen Hauptstadt Charkow die künstlerische und historische Bedeutung des Gemäldes festgestellt und mit dieser die Überführung in Volkseigentum begründet. Nach der Verlegung der Hauptstadt der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik von Charkow nach Kiew wurde die Neugestaltung großer Teile der Kiewer Altstadt geplant. In diesem Zusammenhang wurde der Pavillon 1934 abgebrochen. Das Gemälde wurde in die Mariä-Entschlafens-Kathedrale des Kiewer Höhlenklosters verbracht und wahrscheinlich 1941 nach der Besetzung Kiews durch deutsche Truppen bei der Explosion des Höhlenklosters im November 1941zerstört. Auch das erste Gemälde der Kreuzigung Christi ist verschollen, ebenso die Gemälde der Überquerung der Beresina und der Völkerschlacht bei Leipzig, die im Pavillon gelagert worden waren. Es bestanden Pläne das Panorama anlässlich der Fußball-Europameisterschaft 2012 wieder zu errichten, diese wurden jedoch nicht umgesetzt. Nur wenige Kopien des Panoramas blieben erhalten, eine davon befindet sich in Sainte-Anne-de-Beaupré in Quebec.