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Cranz’sches Haus

Abgegangenes Bauwerk in HamburgBauwerk im Bezirk Hamburg-MitteErbaut in den 1610er JahrenHamburg-AltstadtMuseum für Hamburgische Geschichte
Zerstört in den 1890er Jahren
Portal Große Reichenstraße 49 (front view)
Portal Große Reichenstraße 49 (front view)

Das Cranz'sche Haus oder Haus Große Reichenstraße 49, wegen seiner Fassadenfarbe auch das Rote Haus genannt, war ein Hamburger Bürgerhaus im Gebiet der Hamburger Altstadt. Das Haus wurde 1617 vom Oberalten Jürgen Schrötteringk in der Großen Reichenstraße errichtet und 1890 abgebrochen. Erhalten ist das Portal. Es befindet sich heute als Architekturfragment in den Hamburger Wallanlagen in der Nähe des Museums für Hamburgische Geschichte.

Auszug des Wikipedia-Artikels Cranz’sches Haus (Lizenz: CC BY-SA 3.0, Autoren, Bildmaterial).

Cranz’sches Haus
Große Reichenstraße, Hamburg Altstadt

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Geographische Koordinaten (GPS)

Breitengrad Längengrad
N 53.54844 ° E 9.995479 °
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Adresse

Große Reichenstraße
20457 Hamburg, Altstadt
Deutschland
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Portal Große Reichenstraße 49 (front view)
Portal Große Reichenstraße 49 (front view)
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In der Umgebung

Berg (Hamburg)
Berg (Hamburg)

Der Berg war ein zentraler Platz in der Hamburger Altstadt, der vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert existierte. 1248 als iuxta montem erstmals urkundlich erwähnt, diente er nicht nur als erster Marktplatz der Stadt, sondern auch als Versammlungs- und Gerichtsstätte. Hier befand sich das „Bödelhaus“ (Gefängnis) sowie der als „Kaak“ bezeichnete Pranger. Auch öffentliche Hinrichtungen fanden wiederholt hier statt, zum Beispiel die des Ratsherrn Johann Kletze 1428 sowie die zweier Anführer eines Braueraufstandes 1483.Der rechteckig geschnittene Platz befand sich südlich der (nach 1842 als westliche Verlängerung des Speersort angelegten) Rathausstraße und östlich der Pelzerstraße, die wiederum an die einst hier ansässigen Pelzmacher erinnert. Auch weitere Straßen in der Gegend sind oder waren nach verschiedenen Handwerksberufen wie Bäckern, Filzern, Knochenhauern, Sattlern oder Schmieden benannt. Der Ursprung des Platznamens ist hingegen unklar: Zwar liegt das Gelände auf einem Geestsporn einige Meter höher als Alster und Elbe, war aber keineswegs der höchste Punkt der näheren Umgebung (der befand sich weiter östlich bei der Hauptkirche St. Petri). Historiker des 19. Jahrhunderts vermuteten daher ein früher hier vorhandenes Hügelgrab als Namensursprung, andere wiederum Abfallberge der in den umliegenden Straßen wohnenden Handwerker.Nicht direkt am Platz, aber nahebei an der Ecke Kleine Johannisstraße/ Dornbusch befand sich ab etwa 1220 auch das erste gemeinsame Rathaus von bischöflicher Alt- und gräflicher Neustadt, das bei einem Stadtbrand 1284 zerstört wurde und auf dessen Ruinen später das Eimbecksche Haus errichtet wurde. Auch eine Rolandsfigur als Symbol der Stadtrechte stand ganz in der Nähe auf einer Brücke über das im 19. Jahrhundert zugeschüttete Bäckerstraßenfleet, der Straßenname Rolandsbrücke hat sich bis heute erhalten.Im Zuge des Stadtumbaus nach dem Großen Brand 1842 wurde der Berg, der seine Marktfunktion im Laufe der Zeit an andere Plätze (Fischmarkt, Hopfenmarkt, Pferdemarkt) verloren hatte, zugunsten des neu angelegten Rathausmarktes aufgegeben und mit Kontorhäusern überbaut. Heute ist er im Stadtbild nicht mehr zu erkennen; lediglich die nahegelegene und einst von der Alster auf den Platz führende Bergstraße (seit 1838 so benannt, vorher Hinter St. Peter) erinnert daran.

Eimbecksches Haus
Eimbecksches Haus

Das Eimbecksche Haus (auch Eimbeck’sches Haus geschrieben) war ein steinernes Gebäude in Hamburg. Seinen Ursprung hatte es als drittes, im 13. Jahrhundert entstandenes Hamburger Rathaus, dessen Reste als Ratskeller und Weinlager diente und über dem später weitere Bauten errichtet wurden, die neben unterschiedlichster Verwendung auch dem Ausschank von Bier dienten. Es stand an der Ecke Kleine Johannisstraße und Dornbusch in der Altstadt. Nach der 1216 vereinbarten Vereinigung der bischöflichen Altstadt (Hamburgs alter Kern um Dom und Petrikirche) mit der gräflichen Neustadt (von den Schauenburger Grafen im 12. Jahrhundert in der Gegend von St. Nikolai angelegt) wurde ein neues gemeinsames Rathaus erbaut. Es entstand etwa dort, wo sich die Wallanlagen beider Orte berührten, und bestand aus einem schmalen Giebelhaus mit einem Grundriss von 26 mal 18 Metern. Es enthielt eine Halle, in der sich der Rat versammelte und die über einen Laubengang zu erreichen war. Aus der Laube wurden öffentliche Ankündigungen, wie die Bursprake, verlesen. Der Keller ragte über das Bodenniveau hinaus und wurde bereits 1270 als Ratsweinkeller erwähnt.Bei einem 1284 wütenden Stadtbrand wurde das Haus stark beschädigt; nur das Kellergewölbe blieb erhalten. Nach diesem Brand wurde am Neß bei der Trostbrücke ein neues Rathausgebäude errichtet. Über dem „Keller“, seit 1293 auch als Weinhaus (domus vini) benannt, entstand spätestens im 14. Jahrhundert ein Neubau, das hove oder hoge Huus. Bis zum 18. Jahrhundert hatte sich das Gebäude zu einer Verbindung eng an und ineinander gebauter Häuser fortentwickelt. Darunter der dreigeschossige Rathsweinkeller mit kleiner und großer Trinkstube, einem großen Saal und ein höheres Hauptgebäude mit dem Herrensaal, sowie das östlich daran angebaute Gebäude der städtischen Münze. Das sanierungsbedürftige Gebäude wurde schließlich durch den städtischen Bauhof 1769–1771 (Bauhofleitung: Johannes Kopp) neu aufgebaut und zuletzt nach der französischen Besatzung renoviert und neu aufgeteilt. Das ganze Haus erhielt seinen Namen nach dem Einbecker Bier, da es der einzige konzessionierte Ausschank in der Stadt war und zugleich als Umschlagslager diente. Hamburg war im Spätmittelalter mit unzähligen Brauereien als Brauhaus der Hanse selbst Exporteur von Bier. Die Monopolstellung des Eimbeckschen Hauses, das wohl auch auf Rheinwein und Braunschweiger Mumme bestand, endete jedoch nach der Reformation durch Beschluss im Jahr 1531. Die Nutzung des Gebäudes mit seinen verschiedenen Räumen und Sälen blieb über die Jahrhunderte vielfältig. Bürgerversammlungen und Festlichkeiten, unter anderem die Petri- und Matthiae-Mahlzeiten wurden dort abgehalten, Auktionen fanden statt und ein Pfandhaus wurde eingerichtet. 1570 wurden Rüstungen darin aufbewahrt. 1614 dienten die Räume der alten Accise über dem Keller als Einzahlungs- und Ziehungsort der ersten staatlichen Lotterie in einem deutschen Land, bei der erstmals auch Geldpreise verlost wurden. 1668 wurde – erstmals in Hamburg – im Eimbeckschen Haus auch Kaffee ausgeschenkt. 1686 wurde der Bürgermeister Johann Slüter im Zuge von Auseinandersetzungen während einer dänischen Belagerung hier inhaftiert und verstarb hier auch. Im Neubau von 1771 bezog die Patriotische Gesellschaft ein Zimmer und veranstaltete im großen Saal des Ratskellers die erste Ausstellung von Kunstwerken, Arbeiten und nützlichen Erfindungen in Hamburg.Nach 1814 waren noch Niederngericht, Handelsgericht, Zoll- und Akzisebüros und ein Lotteriesaal hier untergebracht. Das anatomische Theater, das schon vor 1770 im alten Gebäude bestand, wurde wieder eingerichtet. Ein erstes Büro bezog die Hamburger Sparcasse von 1827 im Eimbeckschen Haus. Im Winter trafen sich im Ratsweinkeller des Hauses sonnabends die Mitglieder des Hamburger Künstlervereins von 1832. Am Abend des 6. Mai 1842 wurde das Haus vom Feuer erfasst. Die Ruinen und der halb eingestürzte Keller wurden abgerissen. Für die Neubebauung wurde der Dornbusch etwas vergrößert und die Lage der Kleinen Johannisstraße etwas verändert. Von der Ruine wurden vor dem Abriss ein großes Hamburger Wappen, das oberhalb der Doppeltreppe am Dornbusch angebracht war, und eine Bacchus-Statue, die sich in einer Nische unterhalb der Treppe neben dem Eingang zum Ratsweinkeller befand, abgenommen. Beide waren auf Rechnung des Ratsweinkellers von dem aus Schweden stammenden Bildhauer Johann Wilhelm Manstadt (1722–1788) aus, vom Bauhof gestellten, pirnaischem Sandstein und 1770 angebracht worden. Die Bacchus-Figur wurde beim Neubau des heutigen Rathauses wieder oberhalb des Treppenabgangs zum dortigen Ratsweinkeller aufgestellt.

Grimm (Insel)
Grimm (Insel)

Der Grimm ist eine ehemalige Insel im Mündungsgebiet der Alster in die Elbe; heute bezeichnet der Name eine Straße in der Hamburger Altstadt. Die Marschinsel befand sich östlich des Cremon, von dem sie durch das mittlerweile zugeschütteten Steckelhörnfleet getrennt war, und erstreckte sich südlich der heutigen Willy-Brandt-Straße vom Sankt Katharinen-Kirchhof im Westen bis etwa zum Meßberg im Osten (siehe Abbildung). Grimm und Cremon bildeten zusammen seit der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts das Kirchspiel von Sankt Katharinen. Vorher hatte Adolf III. von Schauenburg und Holstein Siedler aus Westfalen geholt. Um den Grimm besiedelbar zu machen, wurde das Inselufer erhöht, nach drei Sturmfluten zwischen 1216 und 1219 wurde die Insel zusätzlich eingedeicht. Bis um 1300 war die Insel außerhalb der Stadtmauern. Typisch für den Grimm sind die Fleetgänge. Ursprünglich bauten die Siedler fern dem Wasser. Als die Nachfrage stieg, und auch Häuser am Wasser entstanden, verkauften die ersten Siedler ihre Grundstücke am Wasser. Um dennoch an den Fluss zu gelangen, sicherten sie sich kleine Durchgänge, die Fleetgänge, zum Wasser hin. Der Grimm hatte den Hamburger Brand von 1842 heil überstanden und war eines der wenigen Gebiete der Hamburger Altstadt, das im 20. Jahrhundert noch historische Bausubstanz besaß. Hierbei handelte es sich vor allem um vierstöckige und drei- bis fünfachsige Hamburger Kaufsmannshäuser aus dem Barock mit repräsentativen Fassaden, üppigen Portalen und vorgebauten Ausluchten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann sich allerdings die Bevölkerungszusammensetzung zu ändern: Die ursprünglich dort wohnenden Kaufleute waren seit dem Hamburger Brand und der Aufhebung der Torsperre 1861 in die Außenbezirke gezogen. An ihrer Stelle zogen ärmere Bevölkerungsschichten in die inzwischen oft sanierungsbedürftigen Häuser der Altstadt. Der größte Teil des Grimms wurde im Hamburger Feuersturm 1943 zerstört. Häuser, die 1961 noch erhalten waren, waren die Häuser Grimm 12, 14 und 16 (ehemals Grimm 20, 19, 18). Vom Haus Grimm 31 ist die Prunkdecke erhalten, die seit der Eröffnung des Museums für Hamburgische Geschichte 1922 die Kaufmannsdiele innerhalb des Museums schmückt.

Zollenbrücke
Zollenbrücke

Die Zollenbrücke in Hamburg ist eine 1633 erbaute Brücke über das ehemalige Fleet der Gröningerstraße. Am Nikolaifleet in der Altstadt gelegen, ist sie die älteste erhaltene Brücke im Stadtbereich und steht seit 1954 unter Denkmalschutz.Ein Vorgängerbau wurde 1355 erstmals als Zollenbrücke (Tollnebrugghe) erwähnt. Der Name bezog sich auf das in der Nähe gelegene Zollhaus für den Schauenburger Zoll, eine Art (Waren-)Transitzoll, von Fremden erhoben und von den Stadtherren der Schauenburger Grafen eingeführt (die Einnahmen blieben später teilweise, mit dem Gottorper Vertrag ganz bei Hamburg). Das Zollhaus wurde nach Einstellung des Zolls 1806 abgerissen. Ältere Bezeichnungen waren Brücke bei der Waage und Krahnbrücke in Bezug auf die dortige Stadtwaage und den Kran.Die Brücke führte ursprünglich über das hier vom Nikolaifleet östlich abzweigende Gröningerstraßenfleet, das nach dem Zweiten Weltkrieg mit Trümmern verfüllt wurde und mit dem Bau der Ost-West-Straße und der Domstraße in den 1950er Jahren bis auf wenige Meter verschwand. Sie verband die nördlich und nordwestlich gelegenen Straßen Brodschrangen und Bei der alten Börse (wo bis zum Hamburger Brand 1842 Kran, Waage und Commerzium und Alte Börse am Nikolaifleet vor der Trostbrücke standen), mit der südlich davon gelegenen Straße Grimm (noch teilweise vorhanden) und der ebenfalls auf der Insel Grimm gelegenen Gröningerstraße, die parallel zum Fleet verlief und durch den Straßenneubau verschwand (Rest der fleetabgewandten südlichen Bebauung an der Gröninger Brauerei erhalten). Der 25 Meter lange Brückenbau mit seinen drei unterschiedlich großen Bögen besteht aus Sandsteinquadern. Über einem Pfeiler auf der Seite des Nikolaifleets ist in Stein das große Hamburger Wappen zu sehen. Die Geländer und Laternen stammen aus dem 19. Jahrhundert, in dem die Brücke auch eine Verbreiterung durch seitlich auskragende eiserne Konsolen erhielt (Instandsetzung 1850–1854, Verbreiterung um 1870), die nach dem Zweiten Weltkrieg wieder entfernt wurden. Seit 1953 ist die Brücke nur noch als Fußgängerbrücke zugelassen.