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Israelitische Erziehungsanstalt Beelitz

Aufgelöst 1942Bauwerk in BeelitzBehindertenorganisation (Deutschland)Bildungseinrichtungsgründung 1907Ehemaliges Internat in Deutschland
Erbaut 1907Judentum in BrandenburgJüdische Bildungseinrichtung (Deutschland)Jüdische Geschichte (Brandenburg)Schule in Brandenburg

Die Israelitische Erziehungsanstalt Wilhelm-Auguste-Viktoria-Stiftung (auch Israelitische Erziehungsanstalt für geistig zurückgebliebene Kinder) im brandenburgischen Beelitz war von ihrer Gründung 1907 bis 1933 die einzige jüdische Einrichtung in Deutschland, die geistig und körperlich behinderte jüdische Kinder aufnahm, ihnen eine schulische und handwerkliche Ausbildung vermittelte und sie durch heilpädagogische Förderung auf ein Berufsleben vorbereitete. Sie bestand bis zu den Deportationen der Kinder und Lehrer in der Zeit vom 14. April bis 2. Juni 1942.

Auszug des Wikipedia-Artikels Israelitische Erziehungsanstalt Beelitz (Lizenz: CC BY-SA 3.0, Autoren).

Israelitische Erziehungsanstalt Beelitz
Karl-Liebknecht-Straße, Beelitz

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N 52.240982590074 ° E 12.965067750348 °
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Adresse

Karl-Liebknecht-Straße 5
14547 Beelitz (Beelitz)
Brandenburg, Deutschland
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In der Umgebung

Sally Bein
Sally Bein

Sally Bein (geboren 6. November 1881 in Hohensalza, Deutsches Reich, heute Inowrocław, Polen; gestorben nach dem 13. Juni 1942 nach der Deportation nach Sobibor) war ein deutscher Volksschul- und Taubstummenlehrer jüdischer Abstammung und Leiter der Israelitischen Erziehungsanstalt für geistig zurückgebliebene Kinder in Beelitz. Sally, laut Geburtsurkunde Samuel Bein, war das zweite Kind des Schneiders Leib Bein und seiner Frau Johanna, geborene Baer. Sally hatte einen Bruder, Karl Bein (* 14. Januar 1879 in Inowroclaw; † am 3. Februar 1942 im Ghetto Lodz). Am 14. September 1908 heiratete er die Lehrerin Rebeka Löwenstein (* 15. August 1883 in Holzhausen, Kirchhain; † nach dem 13. Juni 1942 nach der Deportation nach Sobibor), Tochter des David Löwenstein und seiner Frau Karolina, geborene Plaut. Das Paar hatte zwei Töchter, Hanna Lotte (* 9. Juni 1910; † unbekannt) und Lisa Karola (* 28. Mai 1916 in Beelitz; † nach dem 13. Juni 1942 nach der Deportation nach Sobibor). Hanna Lotte überlebte die Verfolgung durch Heirat und Emigration. Sie starb verarmt in Australien. Sally Bein besaß die deutsche Staatsangehörigkeit. 1902 begann er sein Studium als Volksschul- und Taubstummenlehrer an der Jüdischen Lehrerbildungsanstalt in Berlin, das er 1906 erfolgreich abschloss. Danach arbeitete er als Lehrer an der Israelitischen Taubstummenanstalt in Berlin-Weißensee. Der jüdische Gemeindebund in Berlin und der jüdische Orden „Bne Briss“ errichteten 1908 inmitten eines Kiefernwaldes unweit des Beelitzer Bahnhofs eine Erziehungsanstalt. Anlässlich der Silberhochzeit des deutschen Kaiserpaares im Februar 1906 bekam das Heim den Namen "Israelitische Erziehungsanstalt Wilhelm-Auguste-Viktoria-Stiftung in Beelitz". Die Erziehungsanstalt öffnete am 25. Oktober 1908. Sally Bein wurde mit 26 Jahren, die Leitung der Schule anvertraut, wo geistig und körperlich behinderte, aber „bildungsfähige“ Kinder und Jugendliche von 6 bis 14 Jahren eine zehnklassige Schulausbildung absolvieren konnten. Das Waldgrundstück, auf dem sich ein modernes, mehrstöckiges Haus mit Zentralheizung, Lichtanlagen, Wasserleitungen, Kanalisation und Sanitäreinrichtungen befand, liegt an der heutigen Karl-Liebknecht-Straße 5. Ab November 1908 lebten dort bereits 34 Kinder, welche anfangs nur von Sally Bein und seiner Frau erzogen und unterrichtet wurden, unter anderem in den Fächern Religion, biblische Geschichte, Hebräisch, Deutsch und Rechnen sowie in Handarbeit. Mit der Zeit wurden mehr Kinder aufgenommen und zusätzliche Lehrkräfte eingestellt. In den Jahren zwischen 1908 und 1938 waren insgesamt 240 Jungen und 140 Mädchen im Beelitzer Heim gewesen. Viele seiner Schüler konnten nach der Schulausbildung eine höhere Schule besuchen oder einen handwerklichen Beruf lernen. Ab 1933 suchte die Stadt diverse Vorwände, um die Schließung des Hauses zu fordern. So störte zum Beispiel den Bürgermeister das „Geschrei“ der (taubstummen) Kinder, das angeblich bis zum Bahnhof zu hören war. Von 1933 bis 1942 kämpfte Sally Bein um die Existenz des Heimes. Am 2. Juni 1942 wurde er mit seiner Frau Rebeka, seiner Tochter Lisa Karola, den verbliebenen Heimzöglingen und den Angestellten nach Potsdam gebracht und am 13. Juni nach Sobibor deportiert. Heute befindet sich auf dem Grundstück das Sally-Bein-Gymnasium Beelitz, das den Namen am 15. September 1997 bekam. Am 17. Juni 2020 wurde auf Initiative von Ronny Dotan und Tatjana Matanya Ruge und unter Beteiligung des B'nai Brith World Center in Jerusalem sowie von KKL Israel eine Gedenktafel im Wald der Märtyrer enthüllt. Diese erinnert an die Deportation und Ermordung der Familie Bein, der Kinder und Angestellten im April und Juni 1942.

Landesgartenschau Beelitz 2022
Landesgartenschau Beelitz 2022

Die Landesgartenschau Beelitz 2022 ist die siebte Landesgartenschau in Brandenburg. Sie findet unter dem Motto „Gartenfest für alle Sinne“ vom 14. April bis zum 31. Oktober 2022 in der brandenburgischen Stadt Beelitz südwestlich von Berlin und Potsdam im Landkreis Potsdam-Mittelmark statt. Für die Gartenschau schuf die Stadt Beelitz mit Unterstützung des Landes Brandenburg und mit Hilfe von Fördermitteln aus dem Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums der Europäischen Union (ELER) eine Parklandschaft beiderseits der Nieplitz südlich der Altstadt von Beelitz. Dabei wurden verödete Flächen renaturiert, Biotope wiederbelebt und eine alte Industriebrache mit einem 1990 stillgelegten Klärwerk wurde zurückgebaut und für das Stadtleben nutzbar gemacht. Die Stadtpfarrkirche St. Marien und St. Nikolai wird als Blumenhalle genutzt. Die drei Städte Beelitz, Bad Dürrenberg (Sachsen-Anhalt) und Torgau (Sachsen), in denen 2022 gleichzeitig die jeweilige „Landesgartenschau 2022“ stattfindet, haben ein „mitteldeutsches Blütendreieck“ gebildet. Die jeweils eigene Landesgartenschau soll so zur Brücke in die Nachbar-Bundesländer werden.Nach Beendigung der Gartenschau soll das zum Amphitheater mit Naturbühne umgebaute ehemalige, 1990 stillgelegte Klärwerk mit Blick auf die Altstadt von Beelitz als Veranstaltungsort der Beelitzer Festspiele, von Konzerten, dem Spargelfest sowie anderen Freilichtveranstaltungen fungieren. Die benachbarte ehemalige Festwiese soll als Bürgerpark mit Feuchtbiotopen, Wegen und Pavillons langfristig erhalten bleiben.

Markendorfer Hufen

Die Markendorfer Hufen waren ein Wohnplatz in der Stadtgemeinde Beelitz. Die Fläche befindet sich im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Der Wohnplatz war auf einer wüsten Feldmark angelegt. Die Feldmark Markendorf ging im Laufe der Zeit in der Stadtfeldmark Beelitz auf. Auf die Dorfstelle des bereits früh wüst gefallenen Dorfes wiesen die Flurnamen Alte Dorfstelle, verzeichnet im Urmesstischblatt 2040 Beelitz von 1841, sowie Markendorfer Hufen, überliefert in der Generalstabskarte 317 Luckenwalde, hin. Im Jahr 1337 wurden die Hufen als super mansie dictis Morkewitzer Hufen sitis in campis civitatis Belitz (oberhalb des Herrenhauses Morkewitzer Hufen, auf den Feldern der Stadt Belitz) erwähnt. Die Bezeichnung Markendorfer Hufen erschien erneut 1841 im Urmesstischblatt Beelitz. Grundherr war die Stadt Beelitz. Das ursprüngliche Dorf Markendorf war bereits frühzeitig wüst gefallen. Schon 1337 lagen die Hufen von Markendorf in den Feldern der Stadt Beelitz. In den Jahren 1754/1755 wurden in Beelitz die Nutzungsverhältnisse der wüsten Feldmark Markendorf beschrieben, wobei ein Einwohner drei Hufen, drei Einwohner jeweils zwei Hufen und neun Einwohner jeweils eine Hufe bewirtschafteten, insgesamt 18 Hufen auf der wüsten Feldmark Markendorf. Im Jahr 1903 bestand der Wohnplatz Markendorfer Hufen als Vorstadt mit 19 Einwohnern und gehörte zur Stadt Beelitz. Er wurde auch als Trebbiner Vorstadt bezeichnet. Der Wohnplatz Markendorfer Hufen war kirchlich nach Beelitz eingepfarrt.