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St. Nikolaus (Militärkathedrale)

Abgegangenes Bauwerk in der UkraineBarockbauwerk in KiewBarocke KircheBasilika (Bautyp)Erbaut in den 1690er Jahren
GarnisonkircheKathedrale (ukrainisch-griechisch-katholisch)Kirchengebäude in KiewNikolaikirchePolitische KontroverseSprengungUkrainische MilitärgeschichteZerstört in den 1930er Jahren
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Die Militärkathedrale St. Nikolaus (ukrainisch Військовий Микільський собор, russisch Никольский военный собор), auch bekannt als „Großer Nikolaus“ (Великий Микола), war eine Militärkathedrale des vormaligen Russischen Zarenreichs im Rajon Petschersk der ukrainischen Hauptstadt Kiew.

Auszug des Wikipedia-Artikels St. Nikolaus (Militärkathedrale) (Lizenz: CC BY-SA 3.0, Autoren, Bildmaterial).

St. Nikolaus (Militärkathedrale)
вулиця Івана Мазепи, Kiew Petscherssk

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Breitengrad Längengrad
N 50.441896 ° E 30.55151 °
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Adresse

Київський палац дітей та юнацтва

вулиця Івана Мазепи 13
01010 Kiew, Petscherssk
Ukraine
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In der Umgebung

Pionierpalast (Kiew)
Pionierpalast (Kiew)

Der Pionierpalast Kiew (russisch Киевский дворец пионеров, ukrainisch Київський палац піонерів, in beiden Sprachen wörtlich Kiewer Palast der Pioniere) ist ein Bauwerk der zweiten sowjetischen Moderne in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Der im Rajon Petschersk liegende Palast wurde 1964/65 nach einem Entwurf der Architekten Awraam Milezki, Eduard Bilski und Ariadna Loboda erbaut. Benannt wurde der Palast nach dem sowjetischen Schriftsteller Nikolai Ostrowski. Ursprünglich befand sich an dieser Stelle die Militärkathedrale St. Nikolaus, die 1934 gesprengt wurde. In diesem Jahr wurde die Hauptstadt der Ukrainischen SSR von Charkow nach Kiew verlegt. Das Gelände bis zum Michaelplatz war für den Bau des Regierungsviertels der neuen Hauptstadt vorgesehen. Nach Änderung der Planungen sollte hier der Kulturpalast des Arsenal-Werkes entstehen. Aufgrund des Beginns des Zweiten Weltkrieges kam es jedoch nicht zum Bau. Auf dem bis dahin weitgehend brachliegenden Gelände begann der Bau des Pionierpalastes 1962. Das Refektorium als letztes verbliebenes Gebäude des Nikolausklosters wurde 1964 abgetragen. Der Entwurf stützt sich auf bekannte Vorbilder des sowjetischen Funktionalismus, insbesondere den von Alexander Alexandrowitsch Wesnin und Wiktor Alexandrowitsch Wesnin erbauten Kulturpalast des Moskauer Lichatschow-Werkes. Im Gebäude mit einem H-förmigen, asymmetrischen Grundriss befinden sich insgesamt 180 Räume, darunter Konferenz- und Veranstaltungssäle, Proben- und Atelierräume, Ausstellungsflächen, Turnhallen und ein Verwaltungstrakt. Zentrum des Gebäudes ist ein frei im Foyer platzierter runder Theatersaal. Die Funktionsräume lassen sich durch Schiebewände umgestalten. Milezki und Bilski bemühten sich, den Palast so weit wie möglich an die bestehende architektonische Umgebung mit der Lavra und dem Ruhmespark (Парк Вічної Слави) anzupassen sowie die Aussicht auf das linke Dnjepr-Ufer auch aus dem Inneren des Palastes zu ermöglichen. Äußerlich betont der Entwurf die Horizontale durch die durchlaufenden Fensterbänder. Lediglich die Kuppel des Observatoriums und der Obelisk, der den Standort des Haupteingangs kennzeichnet, überragen das Gebäude. Die Kombination großer transparenter Verglasungsflächen mit den Stahlbetonkonstruktionen prägen die Fassade des Gebäudes. Die Mosaike im Innenraum wurden von Ada Rybatschuk und ihrem Ehemann Wolodymyr Melnytschenko geschaffen. Sie bilden einen Kontrast zu den Glaswänden und den geradlinigen architektonischen Formen des Gebäudes. Rybatschuk und Melnytschenko hatten mit Milezki bereits bei der Gestaltung des Zentralen Kiewer Busbahnhofes zusammengearbeitet. Statt der in der Sowjetunion zu Beginn der 1960er Jahre noch üblichen ideologiegeladenen Darstellungen verwendeten die Künstler Motive der Volkskunst, die in leuchtenden Farben und fließenden Linien gestaltet wurden. Vor dem Palast wurde der Brunnen „Sonne, Morgenröte und Sternbilder“ (ukrainisch Сонце, Зорі та Сузір'я) angelegt, dessen Mosaike ebenfalls von Rybatschuk und Melnytschenko geschaffen wurden. In den 1980er Jahren wurde der Brunnen abgestellt. Die Einweihung des Pionierpalastes fand am 23. Mai 1965 in Anwesenheit des 1. Sekretärs der Kommunistischen Partei der Ukraine, Petro Schelest, statt. 1967 wurden die Architekten des Palastes mit dem Staatspreis der UdSSR ausgezeichnet. Milezki hatte jedoch die als unangepasst geltenden Rybatschuk und Melnytschenko nicht in die Liste der Autoren aufgenommen, da er fürchtete dadurch die Verleihung insgesamt zu gefährden. Der Palast wird auch heute noch zu den besten Werken ukrainischer Architekten der 1960er Jahre gezählt. 1991 wurde der Palast in Kiewer Palast der Kinder und Jugendlichen (Київський палац дітей та юнацтва) umbenannt. Im Palast waren bzw. sind bis zu 300 Pädagogen und 200 weitere Mitarbeiter tätig. Ausgelegt ist der Palast für den gleichzeitigen Aufenthalt von 26.500 Kindern. Einer der Architekten des Palastes, Eduard Bilski, kritisierte den Bau des Geschäftszentrum „Dneprsteig-1“ (Днепровский спуск 1), weil dieses Gebäude den Pionierpalast teilweise verdeckt und dessen Wahrnehmung stört.

Askolds Grab (Park)
Askolds Grab (Park)

Askolds Grab (ukrainisch Аскольдова могила) ist ein Park im Kiewer Stadtteil Petschersk und ein Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung. Der Ort hieß ursprünglich „Ungarischer Trakt“, weil hier im 9. Jahrhundert die ungarischen Stämme den Dnepr überquerten. Er wird in der Nestorchronik als Ort des Todes und der Beerdigung Askolds im Jahr 882 erwähnt, an dem später eine Sankt-Nikolaus-Kirche errichtet wurde. Die Chronik weist auch auf die Existenz einer Fürstenresidenz im Gebiet hin. Später wurde hier das Einsiedelei-Kloster des Heiligen Nikolaus gegründet. Die ersten urkundlichen Erwähnungen des Klosters stammen aus dem Jahr 1411, doch Höhlengänge mit Mönchszellen, Zeichnungen und Inschriften an den Wänden aus dem 11. und 12. Jahrhundert in der Nähe des Klosters deuten auf einen älteren Ursprung hin. Der Name „Askolds Grab“ wurde erstmals im 17. Jahrhundert in der Kiewer Synopsis erwähnt. Danach verbreitete er sich allmählich. Ende des 17. Jahrhunderts wurde auf Iwan Masepas Kosten die Sankt-Nikolaus-Militärkathedrale errichtet und das Kloster dorthin verlegt. Auf dem Klostergelände blieb eine kleine dreistöckige Holzkirche erhalten, die 1809 abgerissen wurde. An ihrer Stelle errichtete der Architekt Andrei Melenski 1809–10 eine gemauerte Rotunde im Empire-Stil mit einem darunterliegenden Grabmal, die heutige St.-Nikolaus-Kirche auf Askolds Grab. Ab dem 18. Jahrhundert begann man das Gebiet um die alte Kirche als Nekropole zu nutzen, die ebenfalls „Askolds Grab“ genannt wurde. 1861 wurde die Nekropole mit einem Ziegelzaun umgeben Die Nekropole wurde für die Bestattung angesehener Militärangehöriger und Zivilisten, wie Helden des Russlandfeldzugs 1812, Nachkommen der Dekabristen, Ritter des Ordens des Heiligen Georg des Ersten Weltkriegs und Gefallene der Schlacht bei Kruty genutzt. Insgesamt wurden hier etwa 2000 Menschen bestattet. 1919 wurde die Nekropole für Beerdigungen geschlossen. 1935 wurde von den sowjetischen Behörden das Friedhofsgelände meterhoch mit Sand bedeckt und ein Park angelegt. Der Zaun um die Nekropole wurde abgerissen. Die Kirche wurde in einen Parkpavillon umgewandelt. Seit 1979 ist das Kirchengebäude eine Zweigstelle des Kiewer Geschichtsmuseums. 1992 errichteten Kiewer Studenten ein Kreuz und eine Gedenktafel zu Ehren der bei Kruty gestorbenen. 1998 wurde eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Überquerung des Dnepr im 9. Jahrhundert durch ungarische Stämme aufgestellt. Im Park befinden sich Gedenktafeln für die Verstorbenen der Himmlischen Hundertschaft und der Kämpfe um Ilowajsk, Debalzewe und Donezk. Im Februar 2014 fand hinter der Kirche die erste Beerdigung seit der Unabhängigkeit statt: Die des Maidan-Demonstranten Oleksandr Klitynskyj. 2023 wurden hier Dmytro Kozjubajlo und Andrij Pilschtschykow beerdigt. Im März 2023 reichte Alina Mychajlowa eine Petition beim Präsidenten der Ukraine ein, um die Errichtung eines nationalen Pantheons der Helden der Ukraine im Park zu fordern. Die Petition erreichte innerhalb von anderthalb Tagen die erforderlichen 25.000 Unterschriften.

Arsenalwerk (Kiew)
Arsenalwerk (Kiew)

Das Arsenalwerk (ukrainisch Завод Арсенал Sawod Arsenal) ist eine der ältesten und berühmtesten Fabriken in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Es wurde 1764 als Reparaturwerkstatt und Produktionsstätte der zaristischen Armee gegründet und befand sich ursprünglich auf dem Kiewer Festungsgelände im Stadtteil Petschersk (Печерськ). Unter den ehemaligen Arbeitern befanden sich die Scharfschützin Ljudmila Pawlitschenko, die vor 1941 in der Fabrik als Schleiferin arbeitete, sowie der Schauspieler Boryslaw Brondukow. Nach dem Zweiten Weltkrieg wandelte sich das Arsenalwerk zu einem Hersteller optischer Geräte. Anteil hatten hierbei auch in Dresden als Reparation demontierte Anlagen von Zeiss Ikon. Während des Kalten Krieges wurde Arsenal wieder zu einem wichtigen Hersteller für militärische Produkte und beschäftigte Zehntausende von Mitarbeitern. Das Unternehmen spezialisierte sich auf optische Komponenten für Militär und sowjetische Raumfahrt. Die Herstellung von zivilen Produkten spielte bei Arsenal nun eine untergeordnete Rolle. Trotzdem erreichten Fotoapparate der Marke Kiev schon zu Zeiten der Sowjetunion in den sozialistischen Ländern einen hohen Bekanntheitsgrad. Heute gehören zu den traditionell von Arsenal hergestellten Produkten analoge optische Geräte wie Mittelformat-, Stereo- und Kleinbild-Spiegelreflexkameras, Objektive und Ferngläser. In letzter Zeit umfasst das Produktionsspektrum der Firma auch optoelektronische Produkte, Signal- und medizintechnische Einrichtungen. Derzeit ist das Unternehmen in Staatsbesitz. Das Arsenalwerk war im Jahre 1918 Schauplatz der Kiewer Arsenalwerk-Revolte. Die Ereignisse um die Revolte dienten dem ukrainischen Regisseur Les Kurbas als Grundlage für seinen Film Арсенальцы (Arsenaltsy) von 1925. Auch Oleksandr Dowschenkos 1928 fertiggestellter Film-Klassiker Арсенал (Arsenal) hat die Erstürmung des Arsenalwerks zum Gegenstand.